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Elizaveta in Brasilien 2009/10

Alexandra (deutsche Austauschschuelerin), Renato (ein Freund von mir, der die Samba Kostueme macht) und ich!
Mein Vater Moises, ich, unsere Hausangestellte Jô, Meine Mutter Marli, mein aelterer Bruder Cristiano und mein Bruder Leonardo mit Weihnachtsgeschenken!

Mein Name ist Elizaveta Rozhkova und momentan verbringe ich die beste Zeit meines Lebens in Brasilien, wobei ich bei meinem Austausch von der Voith AG großzügig unterstützt wurde. Ich lebe in Braslien schon fuenf Monate, doch fuenf Monate hoeren sich nach viel mehr an, als es eigentlich ist, denn die Zeit hier verfliegt viel zu schnell!

 

Ich weiss es noch ganz genau als ich mich von meiner Familie und meinen Freunden beim Abflug verabschiedet habe, damals habe ich das alles noch gar nicht realisiert! Nach 30 Stunden Fahrt, als ich endlich in Cruz Alta (meine Stadt),Rio Grande do Sul(Bundesland) in Brasilien angkommen bin, habe ich angefangen alles zu realisieren. Denn ich war in einem anderen Land, in einer fremden Stadt und einer fremden Familie! Doch meine Familie hat mich sehr freundlich zu sich aufgenommen und ich hab mich schon seit den ersten Tagen und bis heute wie ein richtiges Familienmitglied gefuehlt! Ich habe sehr viel Glueck mit meiner Familie gehabt, denn meine Mutter, mein Vater und meine zwei Brueder sind sehr humorvolle, freundliche, hilfsbereite und offene Menschen!

Die ersten zwei Wochen habe ich mit meinen zwei Bruedern meistens Englisch geredet, da es mir am Anfang viel einfacher fiel mich auf Englisch zu unterhalten. Doch danach hat meine Mutter uns verboten Englisch zu reden, mit der Begruendung, dass ich nach Brasilien gekommen bin um ihre Kultur und auch die Sprache zu lernen. Ich war genau der selben Meinung mit meiner Mutter.Es ist klar, dass es am Anfang fuer mich sehr schwer war, doch mit der Hilfe von meiner Familie, meinen Freunden und der Schule habe ich bereits nach einem Monat Portugiesisch gesprochen. Alle Brasilianer haben mich gefragt wie ich so schnell ihre Sprache gelernt habe und haben es mir auch oft nicht geglaubt, dass ich davor gar kein Portugiesisch konnte.

Nach meinem Ankommen hatte ich noch zwei oder drei Wochen keine Schule wegen der Schweinegrippe. Als ich ?eingeschult? wurde, war ich total aufgeregt und wollte endlich mehr Freunde finden und das brasilianische Schulsystem kennenlernen.

Also ich kann mit Sicherheit sagen dass bei dem Schulsystem ich den groessten Unterschied von Deutschland zu Braslien gemerkt habe.

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es hier nur eine Schule fuer die Mittelstufe und nicht so wie in Deutschland Haupt- ,Realschule und Gymansium. Die Benotung ist hier auch total anders. Hier in Brasilien gibt es drei Trimester in einem Schuljahr und nach jedem Trimester erhalten die Schueler ihren Zeugnis. Die Noten sind sozusagen Punkte, die die Schueler waehrend dem Trimester erreichen durch Klassenarbeiten, Tests und Referate. Die Hoechstpunktzahl die man in einem Fach waehrend einem Trimester erreichen kann ist 10( es entspricht sozusagen der 1 in Deutschland). Am Ende des Schuljahres werden in jedem Fach die Noten von den drei Trimestern zusammengezaehlt und um in die naechste Klasse versetzt zu werden muessen die Schueler in jedem Fach eine Mindestnote erreichen, die von jeder Schule selber festgelegt wird. Zum Beislpiel auf meiner Schule ist die Mindestpunktzahl 15, was nur 50% der Gesamtpunkten ist..

Der Umgang zwischen den Lehrern und Schuelern ist auch viel offener. Die Lehrer begruessen ab und zu die Schueler mit einem Kuesschen auf die Backe und reden auch viel mehr ueber private Sachen.

Die Klassenarbeiten, was ich hier wirklich soo toll finde, sind zum Ankreuzen. Zum Beispiel in Geschichte und Literatur kann man es sich gar nicht vorstellen einen Ankreuztest zu machen, doch hier funktioniert es! Die Klassenarbeiten sind auch sehr viel einfacher, man braucht dafuer nicht zu Hause zu lernen, es reicht schon wenn man im Unterricht aufpasst.

Momentan habe ich schon seit dem 11.Dezember Sommerferien, da hier Sommer im Dezember, Januar und Februar ist und Winter wenn in Deutschland Sommer ist. Dabei kann man es eigentlich nicht wirklich als Winter bezeichnen, da es hier troztdem noch warm bleibt. In den Sommerferien wird sehr viel gefeiert, gegrillt und entspannt.

Ich glaube deshalb sind die Brasilianer immer so gelassen und unbesorgt. Sie machen sich nicht so viel Stress wegen Kleinigkeiten, nehmen die Puenktlichkeit nicht wirklich ernst und erledigen alle Sachen im letzten Moment. In der ersten Zeit in Brasilien habe ich damit ziemlich viele Probleme gehabt, weil ich es einfach nicht verstehen konnte wie man so unverantwortlich sein kann. Doch mit der Zeit habe ich es akzeptiert und kann mit dieser Einstellung sehr gut umgehen. Denn ab und zu machen wir uns viel zu viele Gedanken und Stress, wegen Sachen die es sich gar nicht Wert sind.

Deshalb habe ich hier schon mal auf jeden Fall gelernt einfach mal das Leben zu genießen, die Sachen immer positiv zu sehen und gelassen zu bleiben!

Ich bin auch sehr gluecklich die Chance gehabt zu haben Weihnachten und Silvester in Brasilien bei 35 Grad Hitze zu feiern. Weihnachten haben wir zusammen mit unseren Freunden von der Familie gefeiert. Wir haben uns gegenseitig Geschenke gegeben, viel gelacht, getanzt und sehr lecker gegessen. Silvester haben wir mit der Familie von meiner Mutter verbracht und es waren genau 34 Personen bei uns zu Hause!.Nach Mitternacht sind wir auf eine Silvesterparty gegangen. Bis um 7 Uhr morgens wurde es gefeiert und am naechsten Tag gab es noch mal ein Mittagessen wieder mit all den Leuten. Im Allgemeinen kann ich sagen dass mein Start ins Jahr 2010 wirklich toll war!

Von Brasilien habe ich noch nicht so viele Staedte kennen gelernt, doch in zwei Tagen gehe ich auf eine Reise und werde 10 traumhafte Staedte und Straende besuchen, worueber ich euch im naechsten Bericht erzaehlen kann.

Zusammendfassend kann ich sagen, dass Brasilien ein wunderschoenes Land ist, was viel mehr als nur Samba, schoene Straende und Fussball zu bieten hat.Brasilien hat mich bereits mit seiner Kultur und den sehr gastfreundlichen und offenen Menschen sehr beeindruckt. In diesem Land gibt es sehr viel zu entdecken, deshalb bin ich sehr gluecklich dass ich hier noch 6 Monate bleibe und die Zeit mit Sicherheit ausnutzen werde.

Die 5 Monate, die ich bisher hier verbracht habe, haben mich sehr gepraegt und mir sehr viele neue Sichtweisen verliehen. Es ist so toll eine zweite Familie zu haben, die mich behandelt als ob sie meine richtige waere. Ich bin unbeschreiblich gluecklich die Chance zu haben in einem anderen Land zu leben,so vieles zu erleben und so viele neue Menschen kennen zu lernen und Freunde zu finden. Deshalb moechte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei AFS, der Voith AG, meinen Eltern und Janina bedanken, mir diesen Austausch ermoeglicht zu haben.

Ganz Liebe Gruesse aus dem heissen CRUZ ALTA!!!

Elizaveta Rozhkova 03/01/2010