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Die ersten Tage in der neuen Welt

Der Flug war echt okay. Es war ja mein erster langer Flug und so kann ich nicht vergleichen ob es jetzt viele oder wenige Turbulenzen gab, die anderen haben gemeint, am Anfang war es echt schlimm, aber dann waren nurnoch sehr wenige da. Ich hab davon sowieso nichts mitgekriegt, denn ich hab den ganzen Flug verschlafen und wurde nur zum Essen aufgeweckt. Als wir dann nach acht Stunden und zehn Minuten in der Luft in Chicago gelandet sind (und es war immernoch Morgens frueh!), kam mir eine richtige Hitzewelle entgegen. Wir haben fast den kompletten Tag am Flughafen an den einzelnen Schaltern verbracht und den Rest dann in einem Hotel in Chicago wo wir stundenlang rumsassen und was zum Essen bekommen haben.

Anschliessend wurde die (riesige) Gruppe geteilt und wir sind mit Bussen in unsere naechstgroessere Stadt gefahren. Mittlerweile waren es naemlich nicht nur wir 120 Deutschen sondern auch noch Japaner, Chinsesen, Thailaender, Schweden und Russen. Wir waren dann 15 Leute die spaeeeeeeet abends nach South Bend gefahren sind. Ich bin im Bus sofort wieder eingeschlafen! In South Bend wurden wir in einem Universitaetskampus untergebracht. Wir sind todmuede ins Bett gefallen! Bevor uns unsere Gastfamilien dann am naechsten Tag um 4p.m. abholten, wurden die wichtigsten Dinge mit uns besprochen. Die Betreuer zeigten uns die Dollars und Cents und erklaerten uns wie man ein Schliessfach in der Schule oeffnete. Ich gehoerte gluecklicherweise zu denen, die recht viel verstanden von dem was geredet wurde, das taten nicht alle, die Japanerin neben mir tippte fast jedes zweite Wort in ihren elektronischen Uebersetzer!

Um vier Uhr dann warteten wir alle in einem grossen gemuetlichen Raum im Keller auf unsere Familien. Diese mussten oben sich bei den Betreuern melden und sich um ein paar Foermlichkeiten kuemmern, dann wurden wir einzeln nach oben gerufen und von unseren wartenden Familien geknuddelt. Ich wurde nur von meiner Gastmama Kim abgeholt, alle anderen waren verhindert. Wir hatten gluecklicherweise keinen weiten Weg mehr und nach 15 weiteren Minuten im Auto hielten wir vor einem riesigen Haus. Das erste was ich sah, als ich das Haus betrat, war ein richtiges Begruessungskommitee, bestehend aus den vier Katzen und meinem Gastvater, der eben nach Hause gekommen war. Und kurz darauf sprang auch Maggie, der Hund, an mir hoch und war kaum noch zu beruhigen. Ich wurde Dad und Whitney, der aelteren Gastschwester vorgestellt und Mom zeigte mir das ganze Haus und mein Zimmer. WOW! Mein Zimmer ist riesig gross, mein Bett ist super bequem und mein Schrank wuerde wohl zwanzig Mal so viele Kleider fassen wie ich ueberhaupt dabei habe! Der Rest des Hauses ist auch riesig gross (und ueberall haengen riesige Spiegel!), in jedem Zimmer haengt ein Fan an der Decke. Ich teile mir mit Allison (der juengeren Gastschwester) ein Bad und der See hinter dem Haus ist suuuuuperwarm! Unter der Veranda steht ein Whirpool von dem ich bislang nichts wusste! Und im Keller steht ein Billiardtisch, eine Tischtennisplatte, ein Klavier und der ganze Keller ist zum Partyraumn ausgerichtet, der Kuehlschrank ist voller Cola und anderer Getraenke! Und im naechsten Raum ist ein richtiges Heimkino mit drei grossen Sofas und einer riesigen Leinwand und tausend Videospielen! Die einzigen, die ich noch nicht kenne sind Cory (mein Gastbruder) und Beth (seine Frau), aber die werde ich noch kennen lernen, wir haben gerade ein neues Kinderbett fuer ihr im Oktober kommendes Baby abgeholt.

Wovon ich bisher uebrigens auch nichts wusste (Oh I thought I told you that, sagte meine Gastmama ueberrascht) war der Urlaub ueber Silvester nach Florida!!!!!! Wir werden am 27.12. hinFAHREN (das dauert zwei Tage, es sind 20 Stunden Fahrt!) zusammen mit der Familie vom Bruder meines Gastvaters. Momentan sind alle am Planen, wir gehen nach Disneyworld und in die Universal Studios! Mann, bin ich ausgeflippt als ich das gehoert habe!

Ich war auch schon in meiner neuen Schule und habe mir die neuen Klassenzimmer angesehen damit ich den Weg gleich finde, die Schule ist ja riesig und verwirrend. Naja, mit 3000 Schuelern... Mein Schliessfach muss ich mir vorerst mit meiner Gastschwester teilen, weil keines mehr frei ist, ueber Hundert Schueler werden kein eigenes Fach haben und ich bekomme das erste freie Fach, weil ich eine Austauschschuelerin bin! :-)

Hier ist eine Menge los bisher, nicht einmal die Naechte verbringe ich allein, bisher lag immer Hanna (die einzige weibliche Katze im Haus) neben mir wenn ich einschlief und an mich gekuschelt wenn ich aufwachte (ich muss aufpassen, dass ich mich nicht versehentlich ueber sie rolle). Ansonsten sind wir im Umzugsstress, denn Whitney zieht nach Chicago, wo wir heute waren um ihre ersten Sachen in die Wohnung zu bringen. Die Wohnung an sich waere ganz huebsch, wenn sie frisch gestrichen waere und ein wenig sauberer waere. Aber sie ist echt okay, wenn ich an das denke was mir ueber die anderen Wohnungen berichtet wurde...

Nach meinem Besuch in der Schule brachte Mom mich zu ihrer Arbeit (sie arbeitet in einer Tierklinik) und wir kamen genau richtig. Ich lernte den netten Tierarzt kennen und ich konnte alle Tiere sehen die derzeit dort waren und gerade vor ein paar Stunden hatte jemand vier kleine Kaetzchen gebracht. Sie waren gerade mal so gross wie meine Hand und hoechstens zwei Wochen alt. Ihre Mutter war tot und der Besitzer hatte sie irgendwo ausgesetzt, als sie kamen, haben sie gezittert und sie waren soooooo suess!!! Meine Gastmutter haette sie am liebsten mit nach Hause genommen! Meine Gastfamilie ist echt suuuuuuperlieb und ich haette echt keine besseren bekommen koennen.

Meine ersten Fotos schicke ich beim naechsten Mal mit (ich hab welche von den Tieren hier, der Gastfamilie und von Groenland, als wir darueber geflogen sind (da war ich gerade mal wach) ). Ich hoff euch gehts gut da drueben in Deutschland ;-) Ich schnapp mir jetzt Hanna und geh ins Bett, ich bin todmuede nach dem Tag in Chicago (das ist schon eine echt geile Stadt, wir sind ewig lang am Lake Michigan entlang gefahren, ueberall waren Leute im Wasser, man kann richtig gut darin schwimmen!)

Morgen gehts zum ersten Mal in die Kirche in Amerika und mein Gastvater hat mir versprochen, dass er mir beibringt wie man segelt (wir haben naemlich auch ein Segelboot, jaaahaaaaa ) Ich meld mich wieder ;-)

Liebe Gruesse aus Granger, Indiana von eurer Kathrin--